Für die meisten ist es ein magisches Erlebnis - kurz, verwirrend, unvergeßlich. Eine völlig neue Situation erscheint seltsam vertraut, eine Gegend in einem fremden Land, in der man noch nie gewesen ist, kommt einem urplötzlich bekannt vor. Manchmal so als hätte man alles vorher geträumt; andere berichten, es hätte die Zeit stillgestanden und plötzlich wäre das Fremde vertraut gewesen. So etwas nennt man "Déjà-vu" (sprich: de scha wü), französisch für: schon gesehen. Für so manchen sind solche Situationen Hinweis auf eine Erinnerung an ein früheres Leben. Die Wissenschaft hat dafür natürlicherweise kein Ohr und hat mittlerweile jede Menge Theorien entwickelt, wieso es zu solchen Déjà-vu-Phänomenen kommt.So hat man entdeckt, daß Epileptiker sehr häufig Déjà-vu-Erlebnisse haben und daraus geschlossen, daß spontane elektrische Entladungen in der Hirnelektrizität lange zurückliegende Erinnerungen nach oben spülen. Bei gesunden Versuchspersonen stellte man fest, daß solche "Erinnerungstäuschungen" bei vielen Menschen besonders unter Stress auftauchen. Ursache: Unser Unterbewußtsein spendet Trost, hält uns so bei der Stange. Motto: Das hast du doch früher auch geschafft.In einer anderen Erklärung nimmt man an, daß sich das Erlebte mit Fantasievorstellungen, verdrängten Erinnerungen, alten Erfahrungen oder einem früheren Gefühlseindruck vermischt. Auch die beiden Hirnhälften machten Wissenschaftler schon für Déjà-vu-Erlebnisse verantwortlich. So soll sich manchmal der Informationsaustausch zwischen rechter und linker Hirnhälfte um den Bruchteil einer Sekunde verzögern. Dadurch machen sich die linke und die rechte Seite des Gehirns jeweils ihren eigenen Reim auf das Erlebte und wenn sie wieder zusammenkommen, empfinden beide Seiten die Situation als bekannt. Klingt reichlich abstrus. So ist es auch bisher keinem Wissenschaftler wirklich gelungen, seine Theorien zu beweisen und damit das Déjà-vu-Erlebnis dem Magischen endgültig zu entreißen.